Kawa vs. Honda: 1000er Naked Bike-Vergleich
Zusammenfassung
Im Vergleich zwischen der Z1100 SE und der Hornet SP treffen zwei Premium-Naked-Bikes mit ähnlichem Grundkonzept, aber unterschiedlichem Charakter aufeinander. Beide setzen auf flüssigkeitsgekühlte Reihenvierzylinder, wobei die Z1100 mit 1099 ccm, 136 PS und satten 113 Nm bei niedrigerer Drehzahl vor allem durch ihren druckvollen Motor überzeugt, während die Hornet aus dem modifizierten Fireblade-Aggregat 157 PS schöpft, höher dreht und das klar bessere Leistungsgewicht bietet. Die Z ist mit 221 kg etwas schwerer als die 212 kg der Hornet, punktet dafür mit etwas geringerem Verbrauch. Fahrwerksseitig sind beide vorne gleich stark aufgestellt, hinten liegt die Hornet mit dem voll einstellbaren Öhlins TTX36 leicht vorne, ebenso bei Bremsen dank Brembo Stylema. Elektronisch bietet die Z1100 mit 6-Achsen-IMU und Tempomat mehr Assistenz, während die Hornet eine verstellbare Motorbremse hat. Preislich liegt die Hornet knapp unter der Z, bietet deutlich mehr PS pro Euro und damit das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Unterm Strich steht die Z für Drehmoment, Komfort und Elektronik, die Hornet für Leistung, Sportlichkeit und maximalen Gegenwert fürs Geld.
Heute vergleichen wir die Z1100 SE mit der Hornet SP, und ich fungiere dabei als euer persönliches Factsheet. Verglichen werden die beiden Premiumversionen dieser beliebten Bikes. Die Z1100 wird nächstes Jahr voraussichtlich häufiger zu sehen sein, da sie sehr spät vorgestellt wurde, während die Hornet in diesem Jahr ein absoluter Preiskracher war. Ich bin Tom von motorchecker.at, der Motorrad-Vergleichsplattform im Internet, und wir starten direkt mit dem Vergleich. Beim Motor setzen beide auf ein sehr ähnliches Konzept: flüssigkeitsgekühlte Reihenvierzylinder. Die Z1100 SE nutzt den weiterentwickelten Motor der Z1000 aus dem Jahr 2020, der nun statt 1043 ganze 1099 Kubikzentimeter Hubraum bietet. Die Hornet greift auf den Fireblade-Motor von 2017 mit 1000 Kubik zurück, natürlich in modifizierter Form. Leistungsmäßig bietet die Z1100 136 PS, weniger als die alte Z1000, während die Hornet mit satten 157 PS deutlich stärker ist.
Drehmoment gegen pure PS-Gewalt
Beim Drehmoment zeigt sich allerdings die Charakterfrage: Die Z1100 liefert kräftige 113 Nm bei 7600 U/min, während die Hornet für ihre 107 Nm bis 9000 U/min drehen muss. Gewicht spielt hier ebenfalls eine Rolle, denn die Z1100 SE bringt 221 kg auf die Waage, die Hornet 212 kg. Im Leistungsgewicht liegt die Z bei 0,52 PS pro Kilo, die Hornet deutlich besser bei 0,74 PS pro Kilo und gewinnt diesen Vergleich klar. Betrachtet man Hub und Bohrung, zeigt sich bei der Z ein Verhältnis von 49 zu 77 mm, mit einem um 3 mm längeren Hub als bei der alten Z1000, was mehr Punch im unteren Bereich bringt. Die Hornet mit 55 zu 76 mm ist drehfreudiger und stärker im Top-End. Die Verdichtung ist bei beiden nahezu identisch (Z: 11,0:1, Hornet: 11,7:1). Beide Bikes haben ein Sechsganggetriebe, wobei die Z1100 einen längeren fünften und sechsten Gang für entspannteres, sparsameres Fahren bekommen hat. Beim Rahmen setzen beide auf einen Aluminiumbrückenrahmen, bei der Z ebenfalls aus dem Vorgängermodell übernommen.
Fahrwerk, Bremsen & Alltagstauglichkeit
Beim Fahrwerk sind vorne beide gleich stark aufgestellt mit einer voll einstellbaren Showa Big Piston Upside-down-Gabel mit 41 mm Durchmesser. Hinten gibt es Unterschiede: Die Z1100 SE nutzt ein Öhlins S46 Monoshock, einstellbar in Vorspannung und Zugstufe, während die Hornet mit dem höherwertigen, voll einstellbaren Öhlins TTX36 ausgestattet ist. Auch bei den Bremsen liegt die Hornet vorne: Die Z fährt mit sehr guten Brembo M4.32 Sätteln, die Hornet mit den nochmals hochwertigeren Brembo Stylema. Bei den Reifen sind beide auf 17 Zoll unterwegs, die Z mit klassischem 180er-Hinterreifen, die Hornet mit breiterem 190er. Beide haben einen 17-Liter-Tank. Verbrauchsmäßig ist die Z mit 5,6 l etwas sparsamer als die Hornet mit 5,9 l, was aber kaum ins Gewicht fällt. Die Sitzhöhe beträgt 815 mm bei der Z und 809 mm bei der Hornet, beide sehr zugänglich. Der Radstand ist bei der Hornet mit 1445 mm etwas länger, was für mehr Stabilität sorgen dürfte. Farblich gibt es bei der Z mattes Grau mit grünen Felgen und goldener Gabel, bei der Hornet „Ballistic Black“ mit goldenen Felgen und Gabel – wer mehr Farbe will, sollte zum Folierer.
Preis, Elektronik und das große Fazit
In Sachen Elektronik bekommt die Z1100 ein großes Upgrade gegenüber dem Vorgänger: Beide Bikes bieten schräglagenabhängiges ABS, Ride-by-Wire, verschiedene Fahrmodi, Quickshifter up & down, TFT-Display und Smartphone-Connectivity. Die Z geht jedoch weiter mit einer 6-Achsen-IMU, schräglagenabhängigen Assistenzsystemen und serienmäßigem Tempomat – etwas, das viele bei der Hornet schmerzlich vermissen. Die Hornet bietet dafür eine verstellbare Motorbremse, die der Z fehlt. Preislich liegt die Z1100 SE in Österreich bei 14.199 €, die Hornet bei 14.090 €. Pro PS zahlt man bei der Z 111,76 €, bei der Hornet nur 89,75 €, was sie zum echten PS-pro-Euro-Schnäppchen macht. Beide kommen mit sehr großen, Euro-5+-konformen Auspuffanlagen. Im Fazit überzeugt die Z mit ihrem druckvollen Motor und etwas geringerem Verbrauch, während die Hornet mit mehr Leistung, besserem Fahrwerk, stärkeren Bremsen und dem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis punktet – auch wenn die meisten Fahrer den Bremsenunterschied kaum spüren werden.