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YAMAHA WR125R 2026 125CCM MOTORRAD TEST
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Yamaha WR125 – Das Enduro-Einhorn

Zusammenfassung

Die Yamaha WR125 wirkt im heutigen 125er-Segment fast wie ein Einhorn: eine echte Offroad-Enduro eines großen Herstellers, während viele andere Modelle entweder reine Straßenbikes oder günstige Importmaschinen sind. Herzstück ist ein 125-ccm-Einzylinder mit variabler Ventilsteuerung (VVA), der 14,5 PS bei 10.000 U/min und 11,3 Nm bei 6.500 U/min liefert. Trotz minimal geringerer Leistung als bei der R125 überzeugt der Motor mit kräftigem Durchzug aus dem unteren Drehzahlbereich. Im Test erreicht die Maschine rund 105 km/h reale Höchstgeschwindigkeit und beschleunigt in etwa 10,4 Sekunden von 0 auf 80 km/h. Mit einem Verbrauch von etwa 2,3 Litern und einem 8,1-Liter-Tank sind rund 260 Kilometer Reichweite realistisch. Das Fahrwerk mit 41-mm-KYB-Gabel, 215 mm Federweg vorne, 187 mm hinten sowie 21- und 18-Zoll-Rädern macht die WR klar geländetauglich, bleibt auf der Straße aber stabil und gut kontrollierbar. Die Ausstattung ist bewusst simpel gehalten: klassischer Gaszug, Sechsganggetriebe, digitales Display mit MyRide-App, Scheibenbremsen mit ABS vorne. Mit einem Preis von knapp 5.000 Euro positioniert sich die WR125 als robuste, vielseitige Einsteiger-Enduro für Straße und Schotter.

Ein echtes Einhorn steht heute im Test: die Yamaha WR im 125er-Segment. Warum Einhorn? Weil es im Bereich der kleinen Offroad-Enduros kaum Konkurrenz gibt, die wirklich funktioniert und von einem etablierten Hersteller mit ordentlicher Technik gebaut wird. Genau hier setzt Yamaha an. Die WR125 bringt Ausstattung und Technik mit, die man sonst eher aus den bekannten Straßenmodellen kennt. Dennoch bleibt sie ein Motorrad mit klarer Offroad-DNA – und genau das macht sie so spannend. Während viele 125er entweder reine Straßenmaschinen oder günstige Import-Enduros sind, versucht dieses Bike den Spagat zwischen Alltag und Gelände. Schon beim ersten Blick wird klar: Das hier ist kein Billigprodukt. Der Motor stammt direkt aus der Familie der sportlichen 125er von Yamaha, ähnlich wie bei der R125 oder der MT-125, wenn auch mit leicht reduzierter Leistung. Trotzdem steckt in diesem Einzylinder eine Menge Technik, darunter die variable Ventilsteuerung VVA. Das Ergebnis: kräftige Beschleunigung aus dem unteren Drehzahlbereich und genug Reserven für längere Geraden. Genau diese Mischung macht die WR zu etwas Besonderem – zu einem Motorrad, das in einer Nische fährt, in der es fast allein unterwegs ist.

Kleiner Motor, große Ambitionen

Im Herzen der Maschine arbeitet ein 125-Kubik-Einzylinder mit 14,5 PS bei 10.000 U/min und 11,3 Nm Drehmoment bei 6.500 U/min. Auf dem Papier liegt er damit minimal unter den Werten der R125 – etwa 0,5 PS und 0,3 Nm weniger. Der Grund dafür bleibt laut Hersteller etwas unklar. Dafür sorgt die variable Ventilsteuerung VVA dafür, dass der Motor besonders unten heraus kräftig anschiebt. Beim Beschleunigungstest von 0 auf 80 km/h konnte die WR mit rund 10,4 Sekunden einen erstaunlich guten Wert erzielen – praktisch auf dem Niveau moderner Euro-5-Plus-125er. Beim Topspeed zeigt sich allerdings der Offroad-Charakter: offiziell sind 104 km/h angegeben, im Test waren etwa 105 km/h realistisch möglich, mit viel Anlauf sogar kurzzeitig 110 km/h laut Tacho. Der Verbrauch bleibt dabei erfreulich niedrig bei etwa 2,3 Litern auf 100 Kilometer. Zusammen mit dem 8,1-Liter-Tank ergibt sich eine theoretische Reichweite von rund 320 Kilometern, realistisch eher um die 260 Kilometer. Das macht die WR nicht nur zu einem spaßigen Spielgerät, sondern auch zu einem erstaunlich sparsamen Begleiter im Alltag.

Fahrwerk für Straße und Schotter

Auch beim Fahrwerk zeigt sich, dass die WR mehr sein will als nur eine kleine Straßenmaschine mit Stollenreifen. Vorne arbeitet eine 41-Millimeter-Kayaba-Gabel mit 215 Millimetern Federweg, hinten ein angelenktes Monocross-Federbein mit 187 Millimetern. Dazu kommen ein klassischer Halbdoppelschleifenrahmen sowie echte Offroad-Dimensionen bei den Rädern: 21 Zoll vorne und 18 Zoll hinten. Bestückt sind sie mit Dunlop D605 Reifen auf Schlauchfelgen – echte Offroad-Formate. Mit einer Sitzhöhe von 875 Millimetern und einem Gewicht von rund 138 Kilogramm bleibt das Bike relativ handlich. Auf Asphalt überrascht das Fahrwerk mit einer neutralen Abstimmung: weder zu weich noch zu hart. Selbst schnelle Kurven mit rund 100 km/h steckt die Maschine stabil weg. Gleichzeitig sorgt der breite Lenker für Vertrauen und Kontrolle. Natürlich darf man keine Supermoto-Performance erwarten – die Stollenreifen bewegen sich stärker und bieten weniger Grip als reine Straßenreifen. Doch genau dafür ist die WR auch nicht gedacht. Ihr Terrain sind Schotterwege, Feldpfade und einfache Offroad-Etappen, auf denen sie ihre Stärken voll ausspielen kann.

Einfach gebaut, aber durchdacht

Bei der Ausstattung setzt Yamaha auf funktionale Einfachheit statt auf Hightech-Overkill. Ein klassischer Gaszug ersetzt Ride-by-Wire, Quickshifter gibt es nicht. Dafür lässt sich das Sechsganggetriebe butterweich schalten, die Kupplung arbeitet leichtgängig und präzise. Im Cockpit gibt es eine digitale Anzeige mit Drehzahlmesser, Gangindikator, Tankanzeige und Smartphone-Anbindung über Yamahas MyRide-App. Ein kleines Detail sorgt beim Einschalten sogar für ein Schmunzeln: Das Display begrüßt den Fahrer mit „Hey Bro“. Praktisch ist auch der serienmäßige Unterbodenschutz aus Aluminium, der den Motor auf Schotterpisten schützt. Beim Bremsen kommt vorne eine Scheibenbremse mit ABS zum Einsatz, hinten ebenfalls eine Scheibe – allerdings ohne ABS. Das ermöglicht im Gelände kontrollierte Slides, erfordert aber etwas Gefühl von unerfahrenen Fahrern. Der Preis liegt bei etwa 4.799 Euro in Österreich beziehungsweise 4.999 Euro in Deutschland. Für eine 125er mit diesem Motor, echter Offroad-Geometrie und solider Technik ist das durchaus konkurrenzfähig. Die große Frage bleibt am Ende nur: Gibt es genug Fahrer, die genau so ein Motorrad wollen – eine echte kleine Enduro statt einer weiteren Straßen-125er?

Veröffentlichungsdatum: 18.03.2026

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