KTM 1290 Super Duke RR 2021

KTM
Hersteller
Naked Bike
Art
180
PS
A
Führerschein
Neupreis

KTM 1290 Super Duke RR 2021

Nackt wie KTM sie schuf. Motorrad-Freikörperkultur in Bestform. Wir sind mindestens so spitz wie ihre neuen Konturen.

Der Inbegriff brachialen Drehmoments - Hall of Fame schon zu Lebzeiten. Was so arg daherkommt, polarisiert - wobei man sagen muss, das die Hater in diesem Fall äußerst sparsam aus der Wäsche schauen, denn die überwiegende Masse fühlt sich vom geadelten Eisen magisch angezogen. Bester Beweis: Sieg bei der Wahl des beliebtesten Naked Bikes des Jahres 2020. Hat aber nichts mit Patriotismus zu tun - die Super Duke R ist auch weit über die österreichischen Grenzen die Referenz unter den mächtigsten Nackten.

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Technische Details

Allgemein
Hersteller KTM
Modell 1290 Super Duke RR 2021
Motorrad Art Naked Bike
Führerschein A
Baujahr 2021
Motor
Motortyp Flüssigkeitsgekühlter 75-Grad-V2 4-Takt-Motor, 4 Ventile
Zylinder 2
CCM 1301 CCM
Leistung 180 PS
Leistung 132 KW
Drehmoment 140 NM
Hub 71 MM
Bohrung (mm) 108
Verdichtung 13,6:1
Kraftstoffmischung Elektronische Benzineinspritzung
Abgasnorm Euro 5
Weitere Details anzeigen
Kraftstoffverbrauch 5,4 L
Getriebe Manuell
Kupplung Mehrscheiben im Ölbad Anti-Hopping-Kupplung, Hydraulisch betätigt
Endantrieb Kette
Bremsen & Federelemente
ABS Kurven-ABS
Lenkkopfwinkel ( ° ) 65,6
Bremse Vorne 320mm Doppelscheibenbremse mit Brembo Stylema Monoblock 4-Kolben-Radialfestsattel
Bremse Hinten 240mm Bremsscheibe mit Brembo 2-Kolben-Festsattel
Fahrwerk vorne 48mm WP Upside-Downgabel
Federweg vorne 130 MM
Fahrwerk hinten WP Zentralfederbein mit Umlenkung
Federweg hinten 140 MM
Rahmen & Maße und Gewichte
Rahmenbauart pulverbeschichteter Chrom-Molybdän-Gitterrohrrahmen
Gewicht 180 TG KG
Radstand (mm) 1497
Tank 16 L
Sitzhöhe 837 MM
Sozius Nein
Nachlauf 106 MM
Reifendimensionen Vorne 120/70 - 17
Reifendimensionen Hinten 200/55 - 17
Felgen Leichtmetallgussfelgen
Assistenzsysteme & Elektronik
Tankanzeige Füllstandsanzeige
Ganganzeige Ja
Temperaturanzeige Ja
Drehzahlmesser Digital
TCS Ja
Slidecontrol Nein
Anti-Wheelie-Control Ja
Sonderausstattung
Lenkungsdämpfer Ja
Quickshifter Ja
Sonderausstattung 1 LED-Scheinwerfer
Sonderausstattung 2 TFT-Display
Sonderausstattung 3 KTM My Ride
Sonderausstattung 4 3 Fahrmodi (Rain, Street, Sport)
Sonderausstattung 5 Motorschleppmoment-Regelung
Sonderausstattung 6 Supermoto ABS
Sonderausstattung 7 Einarmschwinge
Sonderausstattung 8 Tempomat
Sonderausstattung 9 Reifendruckkontrolle
Sonderausstattung 10 Automatische Blinkerrückstellung
Sonderausstattung 11 Keyless Go
Sonderausstattung 12 WP Fahrwerk
Sonderausstattung 13 QUICKSHIFTER+
Sonderausstattung 14 Kurzhub-Gasdrehgriff
Sonderausstattung 15 Ram-Air-Einlasssystem
Sonderausstattung 16 Titan Akrapovič-Slip-On-Endschalldämpfer
Sonderausstattung 17 Carbon-Unterverkleidung des Heckrahmens
Sonderausstattung 18 Serienmäßiger kurzer Kennzeichenhalter
Sonderausstattung 19 Blinker und Rücklicht in einem Bauteil
Sonderausstattung 20 Vollverstellbare Fußrastenanlage
Sonderausstattung 21 Bremshebelschützer
Ersteller Stephan Zettel

1290 Super Duke RR 2021 vergleichen mit

Die neue Super Duke RR - drei Schlagworte.

Erstens, sie ist und bleibt das ultimative Naked Bike. Zweitens, Drehmoment (!) und drittens das neue Chassis. Das bisher aktuelle Modell war ohne Zweifel eine Macht, aber man muss es sagen wie es ist, die Neue ist einfach um ein Eck besser. Fahrwerk, Motor, Rahmen, Ergonomie, die Entwicklungs-Crew hatte so gut wie überall die Finger drin. Die Neue liegt satter, geht geschmeidiger ans Gas, hat einen noch breiteren Durchzug, heizt optisch noch mehr ein - fährt sich in Summe einfach noch harmonischer. Wer also bisher dachte, das Biest ist nicht zu toppen, ist die Neue noch nicht gefahren - wir durften bereits.

 

Drehmoment statt Anzughemd - Power ohne Ende.

Power, immer und überall. Auf fast keinem anderen Motorrad auf diesem Planeten ist der Begriff Drehmoment so offenkundig fühlbar. Der 75° V2 mit knapp über 1.300 ccm und 180 PS, macht derartigen Druck, dass es das Eisen beinahe in jedem Gang ansatzlos aufs Hinterradl reißt. Brachial ist da noch ein milder Ausdruck. Der neu abgestimmte LC8-Motor mit dünneren Gehäusewandstärken (1 kg leichter) hängt aber andererseits so fein und geschmeidig am Gas, dass er beinahe schon anfängerfreundlich agiert, sofern man nicht ansatzlos voll einnietet. Das Geheimnis des endlosen Drehmoments wurde neu definiert. Schon bei 4.500 U/min liegen unglaublich satte 120 Nm an, bei 8.000 U/min. sind es irre 140 Nm - ohne aktivierter Wheelie-Control wäre der Verschleiß am Vorderreifen gleich Null. Die neue Würze wird entfacht von zwei oben platzierten Einspritzventilen, einer geänderten Luftzufuhr (zwischen den geteilten Scheinwerfern mit Ram-Air-Effekt - Airbox 2,8 Liter größer) und einer modifizierten Auspuffanlage (unterschiedliche starke Rohrdurchmesser von 54-60 mm), die jetzt mit einem zweiten Kat (wegen Euro 5) bestückt ist, aber dennoch um einen Kilo leichter geworden ist. Das raucht so mächtig an, dass man sich nach dem Absteigen erst einmal sammeln muss. Egal in welchem Gang, das gewaltige Moach ist immer allgegenwärtig. Gebändigt wird der irre Vorwärtstrieb von der neuen 6-Achsen-IMU - damit erfolgt die Regelung der Assistenzsysteme noch feiner, schräglagenabhängig und je nach eingestelltem Fahrmodus mehr oder weniger heftig (abschalten ohne Gewähr erlaubt).

 

Neues Chassis - wendiger, präziser, - neue Dimension.

Das neue Chassis macht den Unterschied. Dazu wurde der Motor um 38 mm höher im Rahmen platziert (Rahmen 3x steifer, 2 kg leichter), was sich letztlich äußerst positiv auf die gesamte Agilität auswirkt. Der Schwingen-Drehpunkt (Schwinge steifer und länger) wiederum wurde um 5 mm gesenkt und das neue Federbein (zarter, mit Rad zur Einstellung der Federvorspannung) erhielt eine Umlenkung (nicht mehr direkt angesteuert) - das Heck sinkt dadurch unter Druck weniger ein. Aus den Geometrieänderungen resultiert eine bessere Balance, also weniger Bewegung im Fahrzeug und die Front fühlt sich insgesamt stabiler an. Eine andere Welt ist auch das aktuelle Setup der Federelemente. Die Gabel hat ein geändertes Innenleben (größere Cartridge, mehr Ölmenge) und liefert in Verbindung mit dem neuen Federbein eine spürbar bessere Performance ab. Die Super Duke R geht easy und punktgenau in den Scheitel, bleibt beim Herausfeueren exakter in der Spur und zeigt auch auf der Rennstrecke erheblich mehr Potential. Der Gitterrohr-Heckrahmen ist Geschichte. Er weicht einer um 1,5 kg leichteren Alu-Composite Kombination, an dem die Peripherie (Rasten, Kennzeichenhalter, Rücklicht...) direkt und ohne zusätzlichem Firlefanz verschraubt ist - er wiegt 900 g und trägt eine Tonne.

Standesgemäßes Auftreten einer Hoheit.

Schönsaufen muss man sich da nix. Die Farbkombi aus mattem Metallic-Blau mit dem fruchtigen Orange ist eine Offenbarung (gibt sie auch in bösem Schwarz), die Sitzbank schmiegt sich jetzt nicht mehr um den Tank, auch das passt ihr besser. Scheinwerfer und Tankspoiler setzen nicht nur optische Akzente sondern fördern Downforce und Schutz vor Fahrtwind (dauerhafte 180 Sachen sind kein Problem). Der Lenker ist etwas tiefer und verstellbar, aber auch die Fußrasten lassen sich in der Höhe anpassen (Brems- und Ganghebel ebenso) - echt gemütlich. Der Menüschalter links ist neu gestaltet, (Menüführung hat man sofort intus) und rechts gibt es jetzt einen zusätzlichen Schalter für programmierte Schnellzugriffe. Moderne LED-Lampions sind obligatorisch, das helle 5" TFT Display kann man in der Neigung stufenlos verstellen. Alle Fahrmodi (Rain, Street, Sport) wurden neu geschrieben und mit der jeweils passenden Traction- bzw. Wheelie-Control gekoppelt. Optional kann man sich auch den Track-Modus freischalten lassen (343,- Euro) um alle Parameter getrennt und individuell einstellen zu können. Den Quickshifter+ um 392,- würden wir ebenfalls wärmstens empfehlen (wir wollen jetzt nicht zündeln, aber es zahlt sich aus einen Blick in der Power Parts Katalog zur werfen).

Wow-Effekt, wenn man am Ende zusammenzählt.

 Auf den ersten Metern wird sofort klar, dass da eine Menge besser ist. 180 Ponys aus einem 1.300 ccm V2 sind einfach ein besonderes Erlebnis, selbst stärkere PS Monster können das nur schwer toppen. Das gewaltige Drehmoment permanent präsent, das haut dich ganz normal aus den Socken. Durch die neuen Mappings fühlt sich der Motor spürbar runder an, hackt bei niedrigen Drehzahlen nicht so rein, kommt viel geschmeidiger aus engen Kehren. Dem neuen Chassis (Fahrwerk, Rahmen, Geometrie - besseres Vorderrad-Feeling) kann der abgelöste Herzog von Mattighofen nicht das Wasser reichen - Agilität, Präzision und Fahrwerkskomponenten begeben sich in eine neue Dimension. Rechnet man die unzähligen Detailverbesserungen dazu (schärfste Optik ever, kürzere Schaltintervalle, Bedienung, usw.) fühlt man sich durch die Bank wohler, sportlicher, sicherer -  mit anderen Worten, die neue 1290 Super Duke R ist jetzt noch viel mehr das was sie schon immer war, sie ist einfach das ultimative Naked Bike.

Text: Bravomaxa

Fotos: KTM

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