KTM 390 Adventure X 2026
Zusammenfassung
Die KTM 390 Adventure X überzeugt mit einem robusten Einzylindermotor von 398,7 Kubikzentimetern Hubraum und 45 PS Leistung. Das Modell bietet eine beeindruckende Reichweite von bis zu 500 Kilometern dank sparsamen Verbrauchs. In der Euro 5 Plus Version beschleunigt die Maschine in nur 6,87 Sekunden von 50 auf 120 km/h. Das Fahrwerk der X-Variante ist einfach gehalten und bietet auf der Straße ausreichend Stabilität, während es im Offroad-Einsatz etwas schwingt. Die Sitzposition ist aufrecht und komfortabel, vergleichbar mit einer Supermoto, jedoch mit besserem Komfort. Das Display ist funktional, aber einfach, wer mehr Ausstattung wünscht, greift zur R-Version mit einstellbarem Fahrwerk, Kurven-ABS und Traktionskontrolle.
Ein leistbarer Einstieg in die Adventure-Welt – das war lange Zeit die Spielwiese fernöstlicher Hersteller. Doch mit der KTM 390 X wirft nun auch KTM seinen Hut in den Ring. Der Ansatz: maximale Zugänglichkeit, minimaler Preis – mit bewussten Einsparungen. Ja, man sieht und spürt an manchen Stellen, dass hier nicht das volle Premium-Paket verbaut ist. Aber genau darin liegt der Reiz: ehrlicher Fahrspaß statt Datenblatt-Overkill. Herzstück ist ein 398-Kubik-Einzylinder mit 45 PS und 39 Nm, ein Triebwerk mit jahrzehntelanger Entwicklung im Rücken. Ein Motor, der nicht nur zuverlässig, sondern vor allem eines ist: ein echter Lausbub auf der Straße. Mit sechs Gängen und einem 14-Liter-Tank ergibt sich rechnerisch eine Reichweite von fast 500 Kilometern. Und obwohl er millionenfach bewährt ist, wirkt er alles andere als alt – sondern lebendig, spritzig und überraschend emotional.
Einzylinder-Motor mit Spaßgarantie
Auf der Straße zeigt sich schnell: Dieser Einzylinder kann mehr als nur sparen. Von 50 auf 120 km/h beschleunigt die Kleine in rund sechs Sekunden – ein Wert, der in dieser Klasse definitiv für Grinsen sorgt. Untenrum zündet der Motor sofort, zwischen 4.000 und 6.000 Touren flacht die Leistung etwas ab, bevor ab etwa 7.000 U/min ein zweites Feuerwerk folgt. Drehen lässt sich das Aggregat locker bis über 10.000 U/min, der Begrenzer greift dann allerdings hart ein. Verbrauch? Unter fünf Liter sind problemlos drin, selbst bei sportlicher Gangart pendelt man sich um die sechs Liter ein. Der Sound bleibt dabei typisch KTM – eher funktional als emotional, aber dafür vertraut. Ride-by-Wire sorgt für saubere Gasannahme, Fahrmodi sucht man allerdings vergeblich. Auch Quickshifter und Kurven-ABS fehlen in der X-Version – hier regiert der Rotstift. Dafür gibt’s simples ABS mit Offroad-Modus und eine Bedienung, die intuitiver kaum sein könnte.
Priorität: Mehr für Asphalt als Offroad
Fahrwerkstechnisch setzt KTM auf ein WP Apex Setup mit 200 mm Federweg vorne und hinten – allerdings ohne Einstellmöglichkeiten. Und genau hier liegt die größte Schwäche des Bikes. Auf der Straße funktioniert das Setup überraschend gut, wirkt stabil und vermittelt Vertrauen. Doch sobald es ins Gelände geht, zeigt sich schnell: weich abgestimmt, wenig Reserven. Bodenwellen bringen Unruhe ins Fahrwerk, Offroad-Passagen lassen es regelrecht „schwimmen“. Für Einsteiger reicht das völlig, ambitionierte Fahrer werden jedoch nachbessern wollen. Mit 174 kg vollgetankt bleibt die 390 X angenehm leicht, die Gewichtsverteilung leicht frontlastig. 19 Zoll vorne, 17 Zoll hinten, Gussfelgen statt Speichen – alles auf Alltag und Kosten optimiert. Die Sitzhöhe von 825 mm macht sie extrem zugänglich, die Ergonomie erinnert stark an eine Supermoto: aufrecht, aktiv, kontrolliert.
Ausstattung und Preis
Optisch wirkt die KTM modern, schlank und kompromisslos funktional. Die Front polarisiert, der hohe Fender und der Unterbodenschutz zeigen klar die Offroad-Ambitionen. Details wie LED-Technik rundum und hochwertige Schalter werten das Gesamtbild auf – nur das Display fällt deutlich ab. Hier fühlt man sich eher ins Jahr 2018 zurückversetzt. Bremsen und Kupplung arbeiten solide, könnten aber bissiger sein. Der Preis von 6.399 Euro in Österreich macht klar, worum es hier geht: ein leistbares, spaßiges Adventure-Bike mit klaren Prioritäten. Auf der Straße ein echter Spaßgarant, im Gelände eher ein vorsichtiger Entdecker. Mit etwas Investment in Fahrwerk und Details lässt sich die 390 X jedoch zu einem erstaunlich vielseitigen Bike aufrüsten. Ein Motorrad für alle, die nicht alles brauchen – aber genau das Richtige wollen.