Yamaha Ténéré 700 World Raid neu erlebt
Zusammenfassung
Die zweite Generation der Yamaha Ténéré 700 World Raid bleibt ihrem Konzept als langstreckentaugliche Reiseenduro treu und wurde gezielt modernisiert. Der bekannte 689-ccm-Zweizylinder mit 73,4 PS und 68 Nm erfüllt nun Euro 5+, überzeugt mit gleichmäßigem Durchzug, könnte aber im mittleren Bereich etwas mehr Druck bieten. Das überarbeitete KYB-Fahrwerk mit 46-mm-Gabel, 230/220 mm Federweg und 220 kg Gesamtgewicht liefert eine gelungene Balance zwischen Offroad-Performance und Straßentauglichkeit. Der große 23-Liter-Doppeltank ermöglicht hohe Reichweiten bei moderatem Verbrauch von etwa 4,3 bis 5 Litern. Ergonomisch bietet sie viel Komfort, verlangt mit 890 mm Sitzhöhe jedoch Kompromisse bei kleineren Fahrern. Technisch punktet sie mit 6-Achsen-IMU, Kurven-ABS, Traktionskontrolle, TFT-Display und Tempomat. Insgesamt ist die World Raid ein durchdachtes Adventure-Bike für Fahrer, die Wert auf Reichweite, Robustheit und Vielseitigkeit legen. Alle Infos für euch kompakt zusammengefasst: https://www.instagram.com/p/DWPFSThjKhZ/ https://www.facebook.com/share/v/1ENEaQ282a/ https://www.tiktok.com/@motochecker/video/7620507031707028758?q=motochecker&t=1774292606640
Die zweite Generation der Yamaha Ténéré 700 World Raid ist zurück – und sie knüpft genau dort an, wo sie ihren Ruf als kompromisslose Reise-Enduro aufgebaut hat. Schon 2022 setzte sie Maßstäbe, jetzt kommt sie technisch nachgeschärft und bereit für neue Abenteuer. Optisch bleibt sie ihrem Charakter treu: voluminös, robust und eindeutig auf Langstrecke ausgelegt. Der 23-Liter-Tank mit zwei Einfüllstutzen unterstreicht den Anspruch als echte Weltenbummlerin. Dabei bleibt der bekannte 689-Kubik-Zweizylinder erhalten, nun nach Euro 5+ homologiert. Mit 73,4 PS bei 9.000 U/min und 68 Nm bei 6.500 U/min liefert er eine gleichmäßige, berechenbare Leistungsentfaltung. Dennoch wünscht man sich im mittleren Drehzahlbereich gelegentlich etwas mehr Punch. Dafür überzeugt der Motor mit sauberem Durchzug und hoher Alltagstauglichkeit – ideal für lange Etappen fernab der Zivilisation.
Fahrwerk für jedes Terrain
Beim Fahrwerk setzt Yamaha weiterhin auf ein voll einstellbares KYB-Setup, das jetzt mit einer stärkeren 46-mm-Gabel (statt 43 mm) vorne aufwartet. Der Federweg bleibt üppig: 230 mm vorne und 220 mm hinten. Damit bewegt sich die World Raid auf Rally-Niveau, während die Bodenfreiheit eher der Standard-Version entspricht. In der Praxis zeigt sich das Setup als gelungener Kompromiss zwischen Straße und Gelände. Ob Schotterpisten, Wellblech oder Asphalt – das Fahrwerk arbeitet sensibel und stabil, ohne dass man zwingend nachjustieren muss. Mit 220 kg bringt die Maschine zwar Gewicht mit, doch dieses wird durch die gute Balance und den tiefen Schwerpunkt gut kaschiert. Kritisch gesehen werden Details wie der verschweißte Heckrahmen oder die Auspuffführung nahe der Schwinge – funktional, aber im harten Offroad-Einsatz nicht optimal.
Ergonomie trifft Abenteuerlust
Mit einer Sitzhöhe von 890 mm bleibt die World Raid nichts für kleine Fahrer, bietet dafür aber eine durchgehende, rally-inspirierte Sitzbank. Diese erleichtert die Gewichtsverlagerung im Gelände, wird jedoch durch den breiten Tank etwas eingeschränkt. Gerade im Stehen fällt das breite Schrittbogenmaß auf, was die Knieführung erschwert. Hier zeigt sich der Unterschied zur schmaleren Rally-Version deutlich. Dafür punktet die Ergonomie auf langen Strecken: komfortabel, stabil und tourentauglich. Der große Tank sorgt nicht nur für Reichweite, sondern auch für ein beruhigendes Gefühl fernab von Tankstellen. Mit einem Verbrauch zwischen 4,3 und 5 Litern sind Reichweiten jenseits der 400 Kilometer realistisch – ein echter Vorteil auf Expeditionen durch abgelegene Regionen.
Moderne Technik, klare Mission
Elektronisch hat die zweite Generation deutlich zugelegt. Eine 6-Achsen-IMU bringt Kurven-ABS, schräglagenabhängige Traktionskontrolle, Slide- und Brake-Control ins Spiel. Die Systeme sind individuell anpassbar, inklusive kompletter Deaktivierung – ein Muss im Offroad-Bereich. Zwei Fahrmodi (Sport und Explorer) stehen zur Wahl, ergänzt durch einen praktischen ABS-Schnellschalter. Das neue 6,3-Zoll-TFT-Display ist übersichtlich, gut ablesbar und intuitiv bedienbar. Auch ein Tempomat ist nun serienmäßig an Bord. Die Bremsanlage von Brembo mit Stahlflexleitungen überzeugt durch gute Dosierbarkeit und ausreichende Verzögerung. Bereift ist die Maschine mit 21/18-Zoll-Pirelli-Offroadreifen. Preislich startet sie bei 14.499 € in Österreich. Optional stehen Zubehörpakete wie Sport, Explorer und Adventure bereit – inklusive Quickshifter gegen Aufpreis. Eine Maschine für alle, die wirklich weit fahren wollen.